Als Theodor Schindler im Jahre 1870 in Malsch (Landkreis Karlsruhe) geboren wurde, da hatte die Ortschaft gerade einmal etwa 2000 Einwohner. Das untere Waldprechtstal war bis zum Friedhof noch nicht bebaut. Es stand dort nur eine Mühle, die ihr Wasser über einen Kanal erhielt, der beim sog. “Roßgumpen” (etwa 800 m nördlich von Waldprechtsweier) vom Waldprechtstal abgezweigte. Gleichzeitig wurden über diesen Kanal die sog. “Wässerwiesen” nach einem komplizierten Wasserrecht von den jeweiligen Besitzern zeitweise überflutet. Später, um 1900, hat man dann das erste Malscher Elektrizitätswerk am Bach nördlich des heutigen “Schindlerhauses” erbaut. Von den Turbinen wurde das Wasser in das Malscher Freibad geleitet, das von einem hohen Bretterzaun umgeben war.
Schindler hatte drei von diesen Wässerwiesen direkt südlich vom Elektrizitätswerk geerbt und dort dann 1932 das schöne Schindlerhaus erbauen lassen. Schindler hat sich im Dammerstock in Rüppurr und in der Weissenbachsiedlung in Stuttgart kundig gemacht und dann das Haus nach den Grundsätzen des Bauhausstils errichtet. Zu diesem Stil gehören die große Fenster, ein einheitliches Design für den Kachelofen und für die beiden gusseisernen Öfen, die noch beide erhalten sind, und die Armaturen an den Türen, die heute noch original sind.
Das Haus wurde von Malscher Handwerkern sehr solide erbaut. Noch heute, nach fast 80 Jahren, sind das Ziegeldach mit Doppeldeckung, Sprossenfenster, Außentüren und die Holzteile im Innern, wie die wunderschöne Holztreppe und die Dielenböden, sehr gut erhalten. Die Baupläne und die Handwerkerrechnungen liegen alle noch vor. So ist das Haus ein Beispiel allerbester Malscher Handwerkskunst.

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