Lebendige Geschichte
Auch wenn man sich nicht so sehr für Malerei interessiert, ist ein Gang durch das Schindlerhaus ein Erlebnis.
Die Räume atmen den Geist der damaligen Zeit und zahlreiche Details vermitteln ein lebendiges Bild des Alltags.
Hier sollen nur ein paar Beispiele genannt werden. Jedem ist es selbst überlassen, eigene Entdeckungen zu machen.
Gut behütet
Die Schlafhaube war zu Schindlers Zeiten noch weit verbreitet. Diese gehörte Theodor Schindler.
Seine Frau Mathilde geb. Göller zeigt dieses Bild von 1908. Damals war sie schon 5 Jahre mit Theodor Schindler verheiratet, sozusagen “unter der Haube”.
Ihre Kopfbedeckung ist ebenfalls erhalten und kann im Schindlerhaus betrachtet werden.
Ein Sekretär
Im Schindlerhaus gibt es einige Sekretäre zu bewundern.
Schon die Wirtsfamilie Kastner sammelte schöne Möbel und Bücher. Schindler setzte diese Tradition fort. So findet man einige edle Möbelstücke im Schindlerhaus.
Dieser alte Sekretär war wohl schon im Besitz von Theodor Schindler. Einige Gegenstände zeugen von seinem regen Gebrauch auch durch die Familie Koch. Die alte Uhr auf ihm findet man auch auf Bildern von Werner Koch.
Farbspiele
An der Palette eines Künstlers kann man viel über seinen Stil und die Farbigkeit seiner Werke ablesen. Im Schindlerhaus kann man noch die Palette und Staffelei von Theodor Schindler betrachten.
Der Enkel hat auch noch den Maltisch von Werner Koch und seine Paletten für die Besucher hergerichtet.
Die zahlreichen intensiven Farbtöne kann man leicht in den Bildern wieder finden.
Malsch
Die Familie Koch ist ebenso wie Theodor Schindler eng verbunden mit der Gemeinde Malsch. Die Landschaftsbilder dokumentieren so auch die Zeitgeschichte der Gemeinde.
Theodor Schindler malte 1920 eine Häuserzeile am Federbach im neuen expressionistischen Stil. Ein Foto aus neuerer Zeit zeigt die starken Veränderungen. Aber trotz des Wandels blieb es eine Wohnstraße und der Federbach gehört dazu.
An dieser Stelle einen herzlichen Dank an den Verein „Heimatfreunde Malsch“, der die historischen Fotos freundlicherweise zur Verfügung stellte. Auf der Internetseite der Heimatfreunde gibt es noch mehr Dokumente.
Die Kirche St. Cyriakus prägte das Malscher Stadtbild.
Die Kirche taucht auf vielen Bildern im Schindlerhaus auf . Meist ist sie Zentrum oder Ausgangspunkt des Bildmotivs. Heute wirkt die imposante Kirche mit ihren Stufen und dem Vorplatz weit weniger bestimmend auf den ortsfremden Besucher. Ihre Bedeutung lässt sich daher weit besser anhand der alten Fotos und Gemälde aufzeigen.
Der subjektive Blick des Künstlers Werner Koch zeigt deutlich die Kirche als lebendigen Mittelpunkt der Gemeinde und ihrer Bewohner.
Die Gemälde des Schindlerhauses sind wie die historischen Fotos des Heimatvereins Zeitzeugen der Vergangenheit.
Die unterschiedlichen Ausdrucksformen helfen den Blick zu schärfen und Neues im Altvertrauten zu entdecken. So hält jeder auf seine Weise die Malscher Geschichte wach

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